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LAG Grundlagen

Wie Link Aggregation funktioniert - Port-Channels, Bündelung und logische Interfaces

Wie Link Aggregation funktioniert

Bei Link Aggregation werden mehrere physische Ports zu einem logischen Port-Channel zusammengefasst. Für das Netzwerk und alle Protokolle (STP, VLANs) sieht dieser Port-Channel wie ein einziger Port aus.

Port-Channel - Das logische Interface

Physische Ports:          Logisches Interface:
  Gi0/1  ─┐
  Gi0/2  ─┼──>  Port-Channel 1 (po1)
  Gi0/3  ─┘        Bandbreite: 3 Gbit/s

Der Port-Channel hat:

  • Eine eigene Nummer (z.B. Port-Channel 1)
  • Eine eigene MAC-Adresse
  • Die addierte Bandbreite aller Mitglieds-Ports
  • Alle Konfigurationen (VLANs, Trunk-Modus) werden auf dem Port-Channel-Interface gemacht

Voraussetzungen für die Bündelung

Damit physische Links gebündelt werden können, müssen sie identische Eigenschaften haben:

Eigenschaft Anforderung
Geschwindigkeit Alle Links gleiche Geschwindigkeit (z.B. alle 1 Gbit/s)
Duplex Alle Links gleicher Duplex-Modus (Full-Duplex)
VLAN-Konfiguration Identische VLAN-Zuweisung auf allen Ports
Trunk-Modus Alle Ports gleicher Modus (alle Access oder alle Trunk)
Native VLAN Bei Trunks: gleiches Native VLAN
Allowed VLANs Bei Trunks: gleiche erlaubte VLANs

Stimmen diese Eigenschaften nicht überein, wird die Bündelung abgelehnt oder einzelne Ports werden nicht in den Port-Channel aufgenommen.

Maximale Anzahl Links

Die maximale Anzahl physischer Links in einem Port-Channel ist abhängig vom Hersteller:

  • IEEE Standard: Bis zu 8 aktive Links
  • Cisco: 8 aktive Links (+ 8 Hot-Standby bei LACP)
  • HPE Aruba: Bis zu 8 aktive Links

Statische LAG vs. LACP

Es gibt zwei Methoden, einen Port-Channel zu bilden:

Statische LAG (EtherChannel "on")

  • Keine Protokoll-Aushandlung
  • Ports werden sofort gebündelt
  • Kein Schutz vor Fehlkonfiguration
  • Beide Seiten müssen exakt gleich konfiguriert sein
! Statische LAG (beide Seiten)
interface range GigabitEthernet0/1-2
  channel-group 1 mode on

Dynamische LAG mit LACP

  • Automatische Aushandlung über das LACP-Protokoll
  • Erkennt Fehlkonfigurationen und verhindert fehlerhafte Bündelung
  • Überwacht den Zustand der Links laufend
  • Empfohlene Methode
! LACP (beide Seiten)
interface range GigabitEthernet0/1-2
  channel-group 1 mode active

STP und Link Aggregation

Ohne LAG blockiert STP redundante Links:

Ohne LAG:
Switch A -------- Switch B    (Forwarding)
         xxxxxxxx              (Blocked by STP)

Mit LAG sieht STP nur einen logischen Link:

Mit LAG:
Switch A ======== Switch B    (Port-Channel, Forwarding)
         LAG                   (STP sieht 1 Link)

Wichtig: STP wird auf dem Port-Channel-Interface berechnet, nicht auf den einzelnen physischen Ports.

Konfigurationsreihenfolge

Die empfohlene Reihenfolge für die LAG-Konfiguration:

  1. Port-Channel-Interface erstellen und konfigurieren (Trunk/Access, VLANs)
  2. Physische Ports dem Port-Channel zuweisen
  3. Auf beiden Switches identisch konfigurieren
  4. Verifizieren mit show-Befehlen

Alternativ können Sie zuerst die physischen Ports konfigurieren - die Port-Channel-Konfiguration wird dann automatisch übernommen.

Zusammenfassung

  • Ein Port-Channel bündelt mehrere physische Ports zu einem logischen Interface
  • Alle Mitglieds-Ports müssen identische Eigenschaften haben
  • Bis zu 8 aktive Links können gebündelt werden
  • Statische LAG hat keinen Schutz vor Fehlkonfiguration
  • LACP (dynamisch) ist die empfohlene Methode
  • STP behandelt den Port-Channel als einen einzigen Link

In der nächsten Lektion lernen Sie LACP im Detail kennen.

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